Phil hatte Recht

Wetterregel und Murmeltier

Mister Sebastian Sebastian Zaiß

Murmeltier- Wetter

Im letzten Newsletter habe ich ja die alte Bauernregel zu Lichtmess erklärt. Nun Sie hat gepasst und es kamen nochmal sehr kalte Tage. Zwar nicht für 6 Wochen, aber immerhin 4 Wochen waren es auch. Hier bei uns in Schützingen hatten wir in der kältesten Nacht -15°C. Und nur eine Woche später sind es knapp 30°C mehr.
Da ist es gut, wenn man seine Reben vor dem starken Frost schützt.

Mit Erde angedeckt

So schützen wir unsere jungen Reben bis etwa zum 3. Jahr nach der Pflanzung.
Die Reben sind ja veredelt, das heißt, dass der Wurzelstock aus einer anderen Rebsorte besteht, wie das Edelreis, also die Sorte, die dann später auf dem Etikett steht.
In erster Linie macht man das wegen der Reblaus. Die Unterlagsreben sind Kreuzungen aus verschiedenen amerikanischen Wildrebenarten, die sich besser mit der Reblaus arrangiert haben und das Insekt tolerieren. Bei uns ist das kein Problem, aber das soll auch so bleiben, weshalb ungepfropfte Reben nicht angebaut werden dürfen.
Ein weiterer Vorteil ist, dass man die Rebsorte besser an die verschiedenen Böden anpassen kann.
Hier auf dem Bild ist seit dieser Woche die Erde wieder mit der Hacke entfernt. Es ist warm geworden und in den Reben steht der Saft. Sie müssen zurückgeschnitten werden, vor allem diejenigen, die im vergangenen Jahr nur schlecht gewachsen sind bekommen einen radikalen Rückschnitt, dann starten Sie meist voll durch.
Sollte ein ganz strenger Winterfrost die Reben erfrieren lassen, so ist die Veredelungsstelle von Erde bedeckt und geschützt und es kann im besten Fall von unten ein Neuer Trieb nach oben wachsen, der dann den neuen Stamm bilden wird.

Ältere Reben

Manchmal kommt es vor, dass einzelne Reben nicht mehr austreiben. Es gibt viele Ursachen dafür. Die Reben werden ja jährich geschnitten. Nun überwallt aber der Rebstock die Wunden nicht, wie es z.B Obstbäume tun, so daß dann dort eine Wunde zurückbleibt. Je nachdem wie groß die ist, stirbt das Gewebe ab und es siedeln sich u.U.verschiedene Pilze an und der Stamm wird morsch. 

Wenn man Glück hat, wie hier auf dem Bild, dann kann man aus dem gesunden Bereich des Stammes einen neuen Trieb für einen kunftigen Stamm verwenden. Das Wurzelwerk ist schon bestens entwickelt, so dass der neue Stock gleich volle Leistung und beste Trauben bringt.

Begrünung

Im Laufe des Sommers haben wir eine Begrünung in die Junganlage eingesät. Senf, Ölrettich, Ramtillkraut und Weizen entwickeln sich und nehmen die Nährstoffe im Boden auf, wenn der Rebstock die nicht mehr braucht. 

Im Winter, und wir hatten ja kalte Tage, erfriert diese Begrünung. Allerdings sind die Nährstoffe immernoch gespeichert und werden erst wieder bei Einarbeitung in den Boden abgegeben.

So verbinden wir Erosionsschutz, mit blühenden Pflanzen für Insekten, verhindern die Auswaschung der Nährstoffe ins Grundwasser, lockern den Boden und fördern das Bodenleben. Nebenbei bauen wir Humus auf, was auch unseren Reben guttut.

Bodenlockerung mal anders

Die dicken und langen Pfahlwurzeln von Senf und vor allem vom Ölrettich hinterlassen beim Verrotten große Löcher im Boden. 

Der Boden ist durchlüftet und nimmt auch Regenwasser besser auf. So kommt auch mehr Luft in die tieferen Bodeschichten, was den Wurzeln unserer Reben ganz gut gefällt.

Hier auf dem Bild habe ich mal einen Ölrettich aus der Erde gezogen und rechts daneben liegt eine vom Hacken halbierte, fast schon rübenartig dicke Wurzel.

Die Würmer und das andere Bodenleben freuen sich im Frühjahr auf einen reich gedeckten Tisch. 

Und für uns ist diese Arbeit mit der Natur später im Wein schmeckbar. Für Sie natürlich auch!

Die Reben sind gebogen

Sehr früh sind wir dieses jahr dran und die Arbeit i m Weinberg ist fertig. Fertig? Nein- fertig ist man nie! Aber mit Rebschnitt, biegen und binden und der Reparatur der Drahtanlage sind wir erstmal durch. Doch wir planen und bereiten vor für...

Neuanlage eines Weinbegs - tonnenweise Terroir

Ein sehr aktuelles Bild von mir. Steinreich - wobei Steine eher eine Untertreibung sind.

Der alte Weinberg durfte ein Jahr pausieren und lag brach. Jetzt am Beginn des Frühlings haben wir den Weinberg mit einem Großen Bagger umgraben lassen und was man vorher nicht vermutet hat ist doch tatsächlich zum Vorschein gekommen. Steine ohne Ende!

Die allergrößten haben wir gleich aussortieren lassen. Doch noch viele viele weitere warten darauf von uns mühsam geborgen zu werden.

Erst dann wollen wir die Reben setzen und auch die Pfähle für die Drahtanlage einschlagen. Geht halt besser mit weniger Steinen.

Noch mehr Steine

Die vielen Schichten der Keuperformation wechseln sich immer wieder mit Sandsteinschichten ab. Hier ganz oben auf dem Berg schließt oft eine Sandsteinschicht als Deckel die darunterliegenden Schichten ab. Im Laufe der Jahrtausende wurde vieles neben dem Deckel gelegene Gestein bzw Boden vom Regen abgetragen, so dass die typische Landschaft mit Ihren Rebhängen entstanden ist.