Der Frühling

Die närrische Jahreszeit

Mister Sebastian Sebastian Zaiß

Kommt der Frühling schon?

Oder ist es nur ein Zwischenhoch?

Es ist sehr warm in diesen Tagen. Für die Jahreszeit zu warm. Man spürt und sieht und hört den Frühling. In jeder Hinsicht.
Ich spiele ja gerne ein wenig mit den Worten. So kommt es, dass manche meiner Texte, die ich so hin und wieder als Newsletter veröffentliche, beim genaueren Lesen auch noch andere Geschichten erzählen

So ist das im Weinberg, aber nicht nur zwischen den (Reb-)Zeilen. Ich merke schon: Sie verstehen was ich meine!

Der nächste Abschnitt wird ziemlich lang. Er enthält viele Informationen, noch mehr Meinung und etwas Ahnung. Es ging leider nicht anders.
 

Schon länger nichts gehört

Newsletter Nr. 2 in 2019

Es passiert viel in der Welt. Und auch in Schützingen gibt es Neuigkeiten.

Während so mancher Staatschef im neuen Jahr so weitermacht, wie er im alten Jahr aufgehört hat, gibt es Bewegung auf den Straßen. Die derzeit wohl bekannteste Figur ist Greta Thunberg. Eine junge Frau und noch Schülerin aus Schweden. Sie setzt sich dafür ein, dass endlich ein Umdenken stattfindet. Ein Umdenken in der Art und Weise, wie wir auf unserem Planeten Erde leben. Wir haben ja nur diesen Einen. Manche vergessen das und ignorieren oder leugnen die Auswirkungen unseres Handelns. Sie denken, wenn die Mauer nur hoch genug ist, wird man sicher sein.

Bevor also die Närrischen Tage beginnen, zunächst etwas Nachdenkliches:

Autos mit Verbrennungsmotoren stehen in der Kritik. Allen voran die Dieselmotoren. Weil gewisse Grenzwerte überschritten werden. Wie die genau festgelegt werden, kann man auch nicht genau sagen. Und jeder beharrt auf sein Recht, fahren zu dürfen. Nochmal schnell zum Skifahren? Besser jetzt gleich und nicht erst später, denn grad hat es Schnee und noch gibt es Gletscher. Oder nach Fiji, auf die Seychellen oder ans Great Barrier Reef? Wer weiß ob das in 10, 20 Jahren noch möglich ist?!

Gut, dann halt nicht mit dem Diesel. Vielleicht mit einem Elektroauto? Hat ja keinen Auspuff, oder? Doch halt, der steht ja nur woanders! Und die Gewinnung der Rohstoffe für die Batterien kommt derzeit auch in die Kritik. Hm,....scheint auch nicht die Lösung zu sein. Wasserstoff und Brennstoffzelle vielleicht. Aber dran denken, wir sollten den Energieverbrauch senken. Konstant halten reicht nicht.

Wir müssen jetzt das Thema wechseln. Den Menschen, ihren Arbeitsplätzen und unserem Technologie- Standort zuliebe.

Der Bauer ist schuld. Er ist schuld am Feinstaub, an der Emission von so unterschiedlichen Gasen, wie z.B. Methan und Ammoniak. Ach ja und am Insektensterben natürlich auch.

Aus lauter ihm unterstellter Profitgier hat er in den letzten Jahren seine blühenden Wiesen und Streuobstbäume verkauft. Für Straßen, für große Messehallen, für moderne Wohngebiete und für neue Industriestandorte. Da ist jetzt viel Beton, Steinwüste und Asphalt und Parkplatz. Die wenigsten Dächer davon sind nachhhaltig begrünt. Was brauchen die Bienen nochmal?

Darf der Bauer das?

Er soll doch Lebensmittel produzieren!? Doch was macht der Bauer? Energiepflanzen anbauen - Mais zum Beispiel. Daraus macht man dann "Bio"-Gas, "Bio"- Kraftstoff, "Bio"-Strom. Wieder nichts. Keine wertvollen Lebensmittel und nichts für die Bienen und Insekten. Die Felder werden auch immer größer, damit man rationeller arbeiten kann. Hat der Bauer früher noch für 50 Menschen Nahrung angebaut, so muss er heute 250 Mitbürger mitversorgen, damit er selbst überleben kann. Aber bitte günstig.

Böse Bauern - Gleichzeitig werden Ställe vergrößert, damit sich die Tierzucht noch oder wieder lohnt. Da es so viele große Ställe gibt, gibt es auch viel Gülle und Mist. Muss ja wieder aufs Feld. Aber davon gibt es ja immer weniger. Also überdüngt der Bauer vermeintlich seine Felder. Stinken tut's und Fliegen und Insekten produziert das - furchtbar, oder etwa nicht?

Aber das Fleisch ist durch das große Angebot immer noch sehr billig - dann baut er halt größere Ställe. Glücklicherweise haben die großen und verantwortungsvollen Supermarktketten mit Ihren vier oder fünf Buchstaben ja auch noch ein Wort mitzureden - und halten in erster Linie die Preise geil, ähm klein. Andere Länder aus nah und fern können ja schließlich auch Ackerbau und Viehzucht, dann wird halt deren Ware angeboten. Einmal um die ganze Welt, mit allem was dazu gehört: Neue Schädlinge, Krankheiten und Probleme - ein Lob der Globalisierung und der ständigen Verfügbarkeit. Was macht es da, wenn man Gemüse auf den Müll wirft und Tiere für die Tonne geschlachtet werden? Und ist Bio die Lösung, wenn es von weit herkommt und in Single- Portionen in grüner Plastikfolie im Regal liegt?

Nun, wenn sich die Tiermast und normaler Pflanzenbau nicht mehr lohnen, kann man ja wieder den gerade noch so lohnenden Energie- Mais anbauen und das Unkraut mit bestimmten Stoffen kleinhalten. Und wieder gibt es einen Aufschrei! Die vermeintliche Schwarmintelligenz bestimmter neuer Medien vermutet ja Bienenkiller dahinter. Doch die Infos, die dieses meist einseitige Bild herstellen, werden durch Emotionen und nicht durch Fakten genährt. So entsteht leider ein falsches Bild - vom Bauer, von seiner Art zu wirtschaften und von seinem Wert für die Gesellschaft. 

Noch betrachtet der Bauer den Boden als sein Kapital um mit seiner Arbeit seinen Lebensunterhalt zu erwirtschaften. Doch gibt es weltweit genügend Spekulanten, die den Boden als Kapitalanlage sehen. Weil das Geld nichts mehr wert ist. Sonst gäbe es ja Zinsen dafür. Die Arbeit wird auch immer weniger als Kapital angesehen, denn man versucht diese mit Maschinen zu ersetzen. Wissen ist die neue Ressource. Wir lernen täglich soviel Neues dazu und verlieren doch so viel Erfahrung und Werte.

Die Welt ist aber auch kompliziert geworden und voller Zwänge.

Leider verstehen zuviele Menschen die Zusammenhänge nicht mehr, nicht einmal die einfachen. Sie sind oft wahre Meister auf ihrem Spezialgebiet, aber eine allgemeine Bildung und vor allem Warenkunde kommt viel zu kurz. Doch gerade das schafft Wertschätzung und vermeidet Verschwendung. Nur passt das aber nicht so ganz zu der Wirtschaftsform der westlich geprägten Welt. Und auch nicht zum Bildungsplan.

Was sind uns die LEBENS-Mittel und die Umwelt wert? Was brauchen wir tatsächlich alles? Was hat einen Preis und was hat einen Wert? Und wer bezahlt das?

Letztendlich läuft es bei den Gedanken von Greta Thunberg auf diese Fragen hinaus. 

Alleine wird sie nichts bewegen. Erst wenn wir uns unseren Wohlstand oder dessen Auswirkungen in Form von Migration oder Umweltkatastrophen nicht mehr leisten können, sind wir gezwungen zu handeln. Es wird noch etwas dauern. Bis dahin haben wir noch unglaublich warme Vorfrühlingstage. Vielleicht auch gnadenlose Spätfröste. Und wer weiß, eines schönen warmen Sommertages kommen wir trockenen Fußes durch den Rhein nach Frankreich, denn Diesel gibt es dann sicher nicht mehr an der Tankstelle...

Fangen wir selbst an und warten nicht darauf, dass andere den ersten Schritt tut. So bequem wie das bisher ist, wird das sicher nicht. Aber es wird bestimmt nicht einfacher durch zuwarten.

Eine Möglichkeit ist regional einzukaufen.
Beim Wein wäre das zum Beispiel der Winzer Ihres Vertrauens. 
Der Ihnen beste Qualität, nachhaltig erzeugt, mit kurzen Wegen bietet!

Hier ist eine empfehlenswerte Adresse